Sportförderung in Österreich

Sport in Österreich ist verfassungsrechtlich Kompetenz der Bundesländer. Der Bund nimmt in erster Linie eine Förderfunktion wahr. Die Sportverantwortung liegt seit 2009 im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport und damit bei Sportminister. Die nichtstaatliche Dachorganisation des Sports ist die Bundes-Sportorganisation (BSO). Das Sportbudget des Bundes für 2012 betrug 130 Millionen Euro.

Die gesetzliche Grundlage der Sportförderung in Österreich bilden das Bundes-Sportfördergesetz sowie das Glücksspielgesetz. Gefördert wird vom Bund prinzipiell aus zwei Töpfen. Die Allgemeine Sportförderung betrug für 2013 fast 50 Millionen Euro. Sie wird vor allem zur Unterstützung von Großveranstaltungen sowie Angelegenheiten von internationaler und gesamtösterreichischer Bedeutung herangezogen. Aber auch das Team Rot-Weiß-Rot (TRWR), das Spitzensportförderprogramm des Ministeriums, kommt aus diesem Bereich. Unterstützt werden in diesem Programm mehr als 400 Sportler mit etwa vier Millionen Euro jährlich.

Der zweite große Topf ist die Besondere Sportförderung, deren Mittel aus dem Glücksspiel stammen, gesetzlich auf Jahre hinaus fixiert sind und derzeit bei 80 Millionen Euro liegen. Dieses Geld soll vor allem dem Breiten- und Vereinssport zugutekommen. Es wird auch als "Basisförderung" bezeichnet, und ein bestimmter Teil davon wird von der BSO nach einem komplexen Schlüssel an die Fachverbände verteilt. 2014 wurde ein neues Kontrollorgan geschaffen – der Bundes-Sportförderungsfond. Dieser übernimmt wesentliche Aufgaben des Sportministeriums, z.B. bei der Kontrolle über die Vergabe der Mittel. Die Löwenanteile der Besonderen Sportförderung sind aber fixiert und gehen an die drei Dachverbände (ASKÖ, ASVÖ, Sportunion), den ÖFB, das ÖOC, an diverse Behindertensportverbände und Alpenvereine. Allerdings fließen auch aus der Besonderen Sportförderung Gelder in den Leistungs- und Spitzensportbereich.

Dazu kommen aber auch noch die ebenfalls beträchtlichen Landessportförderungen und – ebenfalls für den Spitzensport wichtig – das Bundesheer, bei dem 192 Athleten als Zeitsoldaten angestellt sind. Sie sind über das Bundesheer versichert und erhalten ein monatliches Gehalt.

Die Sportförderung der Bundesländer ist in Österreich sehr unterschiedlich. Manche Länder fördern Sportler direkt und engagieren sich auch für Spitzensportler – teilweise auch über Sponsoring über Landesgesellschaften –, andere Länder, darunter Wien konzentrieren, sich auf den Breitensport, für sie ist Spitzensport Privatsache.
Gefördert wird in Wien insbesondere insofern, dass Sportstätten und Turnsäle Vereinen sehr günstig zur Verfügung gestellt werden.

Umfassende Daten über die tatsächliche Förderung gibt es nicht, allerdings wird an einer Transparentdatenbank gearbeitet, die Aufschluss geben soll. Die Sporthilfe (unterstützt ebenfalls rund 400 Sportler mit monatlichen, erfolgsabhängigen Zahlungen zwischen 75 und 440 Euro), das ÖOC sowie mehrere private Pools, die Geld aus der Wirtschaft und von Sponsoren lukrieren und damit Spitzensportler direkt unterstützen, runden das Förder- Potpourri für den Spitzensport ab. Das Besondere an der in einen staatlichen (Ministerium) und nichtstaatlichen (BSO, etc.) Bereich geteilte Sportstruktur Österreichs ist, dass sie föderal, sehr komplex und zudem vertikal dreigeteilt ist. Denn unter dem Dach der BSO rangieren mit dem ASVÖ, der ASKÖ und der Sportunion drei Dachverbände, denen insgesamt – ebenfalls in jeweils dreifacher Ausführung – Landes-Dachorganisation angehören. Sie sollen sich vor allem um den Gesunden-, Betriebs- und Alterssport kümmern.

Daneben existieren die derzeit rund 60 Fachverbände (Handballverband, Ruderverband, etc.) ebenfalls mit jeweils bis zu neun Landesorganisationen, numerisch wären das insgesamt über 500. Am Ende dieser Kette stehen dann geschätzt rund 14.000 Vereine.

Bild: neues Präsidium der Bundesorganisation ASKÖ