Vereinsfeste und Steuerrecht

Das Finanzministerium hat eine neue Abgrenzung zwischen dem großen und dem kleinen Vereinsfest vorgenommen. Die entgeltliche Veranstaltung von Festen ist keine ureigene gemeinnützige Vereinstätigkeit.

Wann hat ein Vereinsfest überhaupt keine steuerlichen Folgen?
•    Veranstaltung wird nur einmalig abgewickelt
•    keine Wiederholungsabsicht gegeben ist
Die 10 Jahr-Feier eines Vereines bedeutet, dass die veranstaltenden Organe nicht die Absicht haben, auch die 20 Jahr-Feier zu organisieren.
•    nicht mehr als 24 Stunden dauert

In der Randziffer 306 ist festgehalten, dass eine entgeltliche gesellige Veranstaltung (Vereinsfest) keine unmittelbare Zweckverwirklichung eines gemeinnützigen Vereines wäre. Daraus leitet sich ab, dass eine unentgeltliche gesellige Veranstaltung durchaus die Verwirklichung der Vereinstätigkeit wäre und demgemäß keine Steuerpflicht nach sich zieht. Also wird bei der 10 Jahres-Feier oder bei einer unentgeltlichen Veranstaltung keine Steuerpflicht gegeben sein.

die neue Abgrenzung vom Großen und vom Kleinen Vereinsfest
Körperschaftsteuerpflichtig ist das kleines Vereinsfest, wenn der Gewinn 10.000 € p.a. überschreitet.
Körperschaftsteuerpflichtig  ist das große Vereinsfest, wenn diese Gewinngrenze mit 10.000 € überschritten wird und umsatzsteuerpflichtig, wenn die Einnahmen 30.000 € übersteigen.

Wann sprechen wir von einem großen oder kleinen Vereinsfest?
kleines Vereinsfestes
1.    durch Vereinsmitgliedern, nahe Angehörigen erfolgt die vereinsinterne Organisation und die Verpflegung und die Bereitstellung dieser Verpflegung (kaufen, zubereiten, servieren, kassieren, entsorgen)
2.    Beschränktes Angebot an Essen
3.    Die Bereitstellung der Verpflegung darf keinesfalls durch einen Betrieb erfolgen, auch wenn der Eigentümer des Betriebes ein Vereinsmitglied wäre. Damit scheiden die örtlichen Bäcker und die örtlichen Fleischhauer als Lieferanten aus, wenn sie Vereinsmitglieder sind.
4.    Der totale Zeitraum für dieses kleine Vereinsfest beträgt 48 Stunden und bezieht sich auf ein Jahr. Fünf Feste im Jahr mit jeweils 10 Stunden sind dann schon zu viel.
5.    Unterhaltungsteil: Unterhaltung muss wiederum durch Vereinsmitglieder oder durch unbekannte Musiker erfolgen. Unbekannt heißt, nicht bekannt durch Radio, Fernsehen und schon gar nicht durch Film.
6.    ganz wichtig, alle diese Voraussetzungen müssen erfüllt werden und zwar kumulativ, beim Fehlen eines Kriteriums liegt ein Großes Vereinsfest vor, und zwar unabhängig vom Ausmaß und unabhängig vom Anlass. Es wäre dann auch das Kinderschauturnen zu Weihnachten ein großes Vereinsfest.

Großes Vereinsfest
Die einzige Begünstigung, die jetzt gewährt wird, besteht darin, dass von den Einnahmen 20 % als fiktive Ausgaben für die Mitarbeit der Vereinsmitglieder abgezogen werden kann. Auf diese Weise reduziert sich ein steuerpflichtiger Gewinn und der zweite Vorteil aus der Neuerung besteht darin, dass von dem Gewinn anstelle der bisherigen 7.300 € nunmehr 10.000 €, weil steuerfrei, abgezogen werden können.

Auswirkungen
In Summe wird das kleine Vereinsfest enger definiert. Viele Feste werden damit steuerpflichtig, auf der anderen Seite werden die Gewinne dann geringer, weil auch beim großen Vereinsfest, was bisher nicht gegeben war, 20 % für die Mitarbeit abgezogen werden können und dann geringer besteuert, weil ein höherer Freibetrag mit 10.000 € gemäß BGBl. 135/2013 vom 29.7.2013 besteht.

Die Darstellung des Finanzministeriums endet mit dem Hinweis auf gemeinsame Veranstaltungen mit Gastwirten. Offensichtlich ist es dem Ministerium lieber, wenn Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des Gastwirtes stattfinden. Damit wird vom Verein keine Verpflegung geboten und der Verein macht dann auch keinen Umsatz und auch keinen Gewinn.

23.8.2013
Herbert Grünberger