Schulraumberatung in der Volksschule Dornbirn – Winsau

Frontalunterricht im Sitzen war gestern – Gruppenarbeit an verschiedenen Arbeitsplätzen - im Klassenraum, auf dem Flur oder im Freien - erhöht die Aufnahmefähigkeit der Kinder. Der Unterricht wird durch Bewegungspausen durchbrochen oder im bewegten Unterricht, z. B. bewegtes Rechnen, werden Bewegung und Lernen kombiniert. Aufgrund der Entwicklung des Menschen war dies die gängige Lernform der vergangenen eine Million Jahre.

Der Mensch streifte durch Steppe und Wald und lernte in Bewegung die wesentlichen Dinge. Erst die letzten 200 Jahre brachten eine Sitzkultur. Volksschulkinder bewegen sich heute an einem normalen Tag mit Schule ein bis zwei Stunden. Die restlichen zweiundzwanzig Stunden sitzen oder liegen sie.

Diese Entwicklung umzukehren, hat sich die Initiative „bewegte Schule“ zum Ziel gesetzt. Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse finanziert deshalb eine Schulraumberatung für 14 Schulen in Vorarlberg. Die ASKÖ Landesverband Vorarlberg setzt die Maßnahme um. Die Beratung wird in drei Modulen durchgeführt. Im ersten Modul wird die Schule durch den Schulraumberater und einen Lehrervertreter auf brachliegende Bewegungsräume erkundet. Dem Lehrerkollektiv werden die Ergebnisse im zweiten Modul präsentiert. Hier wird auch die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung und Aufnahmefähigkeit erläutert. Die Umgestaltungsvorschläge und neue Bewegungsformen werden dann im dritten Modul mit einzelnen Klassen umgesetzt.

Die Beratung beinhaltet neben der räumlichen Umgestaltung auch neue Bewegungsspiele, Arbeitsformen und die Arbeitsplatzgestaltung. Die Schule erhält ebenfalls kostenfrei eine Tasche mit Bewegungsmaterial und umfangreichem Informationsmaterial von der Gebietskrankenkasse.

Am 5.6.2014 war Schulraumberater Rajko Schermer vom ASKÖ Landesverband in der Volksschule Dornbirn Winsau. Im dritten Modul wurde der Schule gezeigt, welche Möglichkeiten sich im näheren Umfeld der Schule für besondere Bewegungsformen ergeben. Dazu ging es über die Straße in den nächsten Wald. Mit einfachen Mitteln (Seilen, Tauen und Augenbinden) wurde ein bewegter Vormittag gestaltet. Zuerst galt es, einen steilen Hang mit einem Tau zu erklettern. Dann ging es aufwärts durch ein Bachbett zur nächsten Station. Im kleinen Klettergarten waren Armkraft und Koordination gefragt. Zum Abschluss folgten alle - blind durch Augenbinden - einem Seil durch den Wald.

2015 wird es ebenfalls die Möglichkeit der Schulraumgestaltung geben. Interessierte Schulen können eine Anfrage bei Frau Mag. Carolin Amann von der Gebietskrankenkasse stellen.

Carolin Amann, MSc
Vertragspartnerabteilung-
Gesundheitsförderung
Jahngasse 4
6850 Dornbirn
Tel.: +43 (0) 50 84 55–1655
Fax: +43 (0) 50 84 55–81655
E-Mail: carolin.amann@vgkk.at
http://www.vgkk.at

Text:
Rajko Schermer
ASKÖ Landesverband
E-Mail: askoe.vlbg@speed.at